venezuela

27

Aug.

Notunterkünfte platzen aus allen Nähten

MISEREOR bittet um Spenden für venezolanische Flüchtlinge im Norden Brasiliens

Angesichts der zugespitzten Lage im Grenzgebiet von Brasilien und Venezuela bittet das Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR dringend um Spenden, um die dort ausharrenden Flüchtlinge weiter wirksam unterstützen zu können. Im Bundesstaat  Roraima im Norden Brasiliens halten sich zurzeit etwa 50.000 Venezolaner auf, die aufgrund der politischen Entwicklung und der miserablen Versorgungslage in ihrem Heimatland Schutz suchen.


Zuletzt hatte es zwischen Einheimischen und Flüchtlingen in Roraima massive Konflikte gegeben, die in gewaltsamen fremdenfeindlichen Angriffen auf Zuwanderer gipfelten. Anwohner zündeten ein Zeltlager von venezolanischen Flüchtlingen an. Daraufhin flohen etwa 1200 Menschen über die Grenze zurück nach Venezuela.

Staatliche Stellen überfordert

„In dem von Armut geprägten Roraima sind die staatlichen Stellen mit der  Versorgung der Flüchtlinge völlig überfordert“, betont Martin Bröckelmann-Simon, Geschäftsführer von MISEREOR „Um die Situation zu stabilisieren, ist dringend mehr Unterstützung nötig. Deshalb bitten wir sehr um Spenden zur Förderung der  Arbeit unserer dortigen Partnerorganisationen.“

Nach Angaben von Madalena Ramos-Görne, Brasilien-Referentin bei MISEREOR, leben viele Flüchtlinge unter prekären Bedingungen - vor allem in Boa Vista, der Hauptstadt von Roraima. Oft schliefen die Betroffenen in Zelten oder unter Brücken. „Notunterkünfte haben zum Teil doppelt so viele Bewohnerinnen und Bewohner, als eigentlich an Platz vorhanden wäre. Es gibt Berichte über sklavenähnliche Ausbeutung von Männern und über Frauen und Mädchen, die sich prostituieren.“  Laut Ramos-Görne vergrößert sich die Problemlage immer weiter, da zuletzt  täglich etwa 500 weitere venezolanische Flüchtlinge über die Grenze gekommen sind.

Lebensmittel, Hygiene-Kits, Matten und Decken

Partnerorganisationen von MISEREOR unterstützen bedürftige Menschen aus Venezuela in Roraima mit Lebensmitteln, Hygiene-Kits, Hänge- und Liegematten sowie Decken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Betreuung von Müttern und Familien mit Säuglingen und Kleinkindern sowie Schwangeren.

MISEREOR bittet um Spenden auf folgendes Konto: Pax-Bank Aachen, IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10, BIC: GENODED1PAX, Stichwort: Flucht Venezuela.

In Venezuela fördert MISEREOR aktuell 11 Projekte mit einem Volumen von rund 1,4 Millionen Euro. Schwerpunkte der Arbeit von Partnerorganisationen sind dabei die Sicherung von Menschenrechten, die Stärkung der Zivilgesellschaft sowie die Unterstützung indigener Völker und sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen.

Auch Kolumbien ist von der Krise in Venezuela stark betroffen. Nach Medienberichten haben bereits etwa 800.000 Flüchtlinge dort Zuflucht gesucht. In Ecuador wird die Zahl der aus Venezuela Geflohenen auf 550.000 geschätzt.

www.misereor.de