Reformation der Ernährung

08

Sep.

500 Jahre nach Luther:

MISEREOR und Slow Food wollen „Reformation“ der Ernährung

MISEREOR und Slow Food Deutschland haben Thesen zur Reformation der Ernährung veröffentlicht. Die 95 „Thesen für Kopf und Bauch“ sollen Verbraucher zur Diskussion über Alternativen des Ernährungssystems anregen, wie MISEREOR am Montag in Aachen mitteilte.


In Anlehnung an die Ideen von Reformator Martin Luther vor 500 Jahren wollen die Organisationen Missstände „an die Kirchentür der Zivilgesellschaft anschlagen“. Die Thesen sollen in zehn Veranstaltungen mit Experten diskutiert werden. Schwerpunkt ist der Umgang des Menschen mit Wasser, Boden, Pflanzen und Tieren sowie sein Beitrag zum Klimawandel.

 

„Die Menschen essen immer weniger Gemüse, Obst und Getreide“, sagte MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. Deshalb litten auch Arme vermehrt unter Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Diese Erkrankungen können nur dann nachhaltig zurückgehen, wenn sich unser aller Lebensstil verbessert“, sagte Spiegel. Politik, Lebensmittelindustrie und Konsumenten müssten „die richtigen Voraussetzungen“ schaffen.

 

Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, sagte, der „ungeschönte Blick auf den Zustand unseres Planeten“ solle zu einem schonenden Umgang mit Ressourcen auch beim Thema Ernährung beitragen.

 

 

 

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