100 Prozent fair – auch ohne Siegel!

29

Jun.

100 Prozent fair – auch ohne Siegel!

GEPA verzichtet weitgehend auf das Fairtrade-Siegel – der Weltladen-Dachverband begrüßt diese Entwicklung


In den vergangenen Jahren ist die GEPA dazu übergangen, ihre neuen Produktverpackungen ohne das Fairtrade-Siegel zu versehen und verstärkt ihre eigene Marke in den Vordergrund zu stellen. Denn wo GEPA draufsteht, ist 100 Prozent Fairer Handel drin! Nun will die GEPA ihren Namen noch stärker mit dem Fairen Handel verbinden und wird in Zukunft mehr und mehr auf das Fairtrade-Siegel verzichten. Nach dem Motto: Wo GEPA draufsteht ist Fairer Handel drin!

 

„Wir haben den Fairen Handel in Deutschland mit gegründet; Fairer Handel ist unser Unternehmensziel. Vor mehr als 35 Jahren wurde die GEPA gegründet. Seit 1992 tragen viele GEPA-Produkte das Fairtrade-Siegel, an dessen Entstehung wir ja auch beteiligt waren. Gemeinsam haben wir das Siegel bekannt gemacht und in den Mainstream gebracht. Wir freuen uns über den Erfolg des Siegels und die damit verbundenen Wachstumszahlen im Handel", schreiben die GEPA Gesellschafter Thomas Speck und Robin Roth in einer Meldung. Nur noch auf einigen Basisprodukten wie der neuen Linie „Faires Pfund" wird das Fairtrade-Siegel als zusätzliches Erkennungszeichen beibehalten, um Verbraucherinnen und Verbrauchern den Einstieg zu erleichtern, die den Fairen Handel noch nicht gut kennen. Dazu gehören etwa Produkte aus den Bereichen Kaffee, Tee, Honig, Mascobado-Vollrohrzucker. Außerdem findet man das Fairtrade-Siegel auf Gebäck sowie auf dem neu eingeführten Fruchtgummi-Sortiment.

 

Im Außer-Haus-Bereich, der sich an Firmenkunden und Gastronomie wendet, bleibt das Siegel ebenfalls auf einigen Kaffees erhalten. Die GEPA bekräftigt jedoch, das alle Produkte und Handelspartner den verschiedenen Monitoring und Zertifizierungssystemen des Fairen Handels nachwievor unterliegen. Dazu gehören etwa Fairtrade International (FLO), die World Fair Trade Organisation (WFTO) und die European Fair Trade Association (EFTA). Auch ohne Siegel sind die Waren zertifiziert.

 

GEPA 100 Prozent fair: Produktsiegel können nicht alles abbilden

 

„Wir sind überzeugt, dass sich unser Profil als Fair Handelsunternehmen, unsere Ziele, Aktivitäten und unsere Pionierarbeit nach vielen Jahren über ein Produktsiegel nicht mehr komplett darstellen lassen. Inzwischen sind der Markt fair gehandelter Produkte und die Zahl der Anbieter mit Fairtrade-Siegel stark gewachsen. Wir freuen uns, dass Fairer Handel auch durch das Engagement vieler Tausender Menschen inzwischen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft nicht mehr wegzudenken ist", sagt Robin Roth. Im Unterschied zu Firmen, die neu in den Fairen Handel einsteigen und einige ihrer Produkte siegeln lassen, betreibt die GEPA ausschließlich Fairen Handel und möchte sich damit profilieren. „Wir möchten Produzentengruppen finden, die ausgezeichnete Produkte haben, aber durch die konventionellen Marktbedingungen keine Chance erhalten. In vielen Bereichen gehen wir über Mindeststandards des Fairen Handels hinaus. Beispiele dafür finden Sie etwa auf unserer Internetseite www.fair-plus.de.", ergänzt Thomas Speck.

 

Die Marke Weltladen stärken

 

Der Weltladen-Dachverband hat diese Entwicklung ausdrücklich begrüßt: „Für die Weltläden bedeutet dieser Schritt, dass das Fairtrade-Siegel weitestgehend von den Produkten im Weltladen verschwindet. Dies ist 20 Jahre nach Gründung von TransFair durchaus eine Zäsur für die Weltläden. Aus dieser neuen Situation ergibt sich unter anderem die Konsequenz, dass die Marke „Weltladen" und die Marken der anerkannten Weltladen-Lieferanten stärker noch als bisher die Glaubwürdigkeit unserer Arbeit gegenüber den Kundinnen und Kunden kommunizieren. Den Weltläden kommt dabei in der Kommunikation eine besondere Verantwortung zu." Klaus Wöldeke, Vorstandsmitglied des Dachverbandes sagt weiter: „Die Grundlage unserer Glaubwürdigkeit ist die Konvention der Weltläden, die wesentlichen Instrumente ihrer Gewährleistung sind das Weltladen Monitoring und der Lieferantenkatalog. Diese Instrumente weiter zu stärken ist eine wesentliche Herausforderung, der sich die Mitglieder des Weltladen-Dachverbandes durch die Beschlüsse der vergangenen Jahre gestellt haben", und verweist auf neue Überprüfungsinstrumentarien des Lieferantenkatalogs, der nach Ostern in die Pilotphase eintreten wird und die Impulse der WFTO beim Aufbau eines internationalen Monitorings für Weltläden integriert.

 

aus: Welt&Handel, Nr. 04/2012, Gundis Jansen-Garz,

 

http://www.weltundhandel.de/archiv/Welt&Handel_04_12_Internet.pdf

 

www.fair-plus.de