Gründung des Forums Nachhaltiger Kakao

29

Jun.

Gründung des Forums Nachhaltiger Kakao

Ein neues Forum von Seiten der Regierung sucht Wege zum nachhaltigen Kakaoanbau

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucher (BMELV) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) haben Ende März die Gründung des „Forums Nachhaltiger Kakao" bekannt gegeben. Damit versucht ein breites Bündnis aus Regierungsvertretern, Unternehmen und Zertifizierern, Wege zu einem nachhaltigen Kakaoanbau zu finden.

 

Wie SÜDWIND mitteilt hat der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) jedoch bereits zu Beginn des Prozesses das Ziel ausgerufen, bis zum Jahr 2020 lediglich 50 Prozent des in Deutschland benötigten Kakaos aus nachhaltigem Anbau zu decken. Dabei kommt den hiesigen Unternehmen bei Verbesserungen in den Anbaugebieten eine wichtige Rolle zu, da die Deutschen 12 Prozent des weltweit angebauten Kakaos verbrauchen.

 

„Jede achte weltweit geerntete Kakaobohne wird in Deutschland konsumiert. Darüber hinaus werden große Mengen in Deutschland hergestellter Schokolade weltweit exportiert. Daher tragen die deutsche Kakao- und Schokoladenindustrie sowie der Einzelhandel eine große Mitverantwortung für die Bekämpfung von Missständen in den Anbaugebieten von Kakao", so Friedel Hütz-Adams, der für SÜDWIND mehrere Studien zum Kakaomarkt verfasst hat. „Bei den Debatten werden wir auch um die Frage der Preise nicht herumkommen. Der inflationsbereinigte Preis für Kakao ist über viele Jahre gesunken und zugleich war Schokolade nie billiger als heute. Dies ist die eigentliche Ursache für Kinderarbeit und die schlechten Lebensverhältnisse der Kakaobauern."

 

Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften fordern seit vielen Jahren, dass sich alle Beteiligten der Wertschöpfungskette für Kakao zusammenschließen und gemeinsam dazu beitragen, die Situation der Kakaobauern zu verbessern. Somit ist es zu begrüßen, dass im „Forum Nachhaltiger Kakao" Verarbeiter der Kakaobohnen, Hersteller von Schokolade, Einzelhändler, Zertifizierungsorganisationen, Entwicklungshilfeorganisationen, Vertreter des BMZ sowie des BMELV gemeinsam nach Wegen suchen, die Situation in den Anbauländern zu verbessern.

 

Kontakt:
Friedel Hütz-Adams, E-Mail: huetz-adams@suedwind-institut.de