"An Afrika versündigt"

12

Sep.

„Der Westen muss Entwicklungspolitik ändern“

Asfa-Wossen Asserate fordert Ende der afrikanischen Gewaltherrschaft

 

Wenn es um Hilfen für Afrika geht, muss Europa nach den Worten des Großneffen des letzten äthiopischen Kaisers, Asfa-Wossen Asserate, seine Wirtschaftspolitik und Entwicklungshilfe neu ausrichten. Seit nunmehr 50 Jahren unterstütze der Westen afrikanische Diktatoren mit milliardenschweren Zuschüssen, schreibt der Autor und politische Analyst am Montag in einem Gastkommentar für die Deutsche Welle. Diese afrikanischen Gewaltherrscher aber seien die größten Exporteure von Flüchtlingen, weil sie ihren Völkern keine Möglichkeit gäben, in ihren eigenen Ländern ein menschenwürdiges Dasein zu führen.


Zuallererst aber müsse Europa von seiner desaströsen Wirtschafts- und Handelspolitik Abschied nehmen, schreibt der Prinz. "Es muss endlich damit aufhören, seine Agrarindustrie auf Kosten der Entwicklungsländer zu subventionieren. Und es muss endlich darauf drängen, dass wirksame internationale Maßnahmen gegen das weltweite Landgrabbing getroffen werden." Denn das beraube die armen Länder der Welt ihres wertvollsten Gutes - ihres landwirtschaftlich nutzbaren Bodens. Afrika benötige eine breit angelegte Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft und den Stopp der Einfuhr von Dumpingprodukten, die den örtlichen Produzenten das Wasser abgraben.

 

Asserate forderte zudem eine stärkere Förderung afrikanischer Frauen. Sie seien "der Schlüssel zu Afrikas Zukunft". Hilfe zur Entwicklung sei nur dann sinnvoll, wenn sie tatsächlich die Eigeninitiative der Menschen fördere, unterstreicht der Politikberater. Weder die USA, Europa noch China könnten Afrika retten. "Das kann Afrika nur selbst, wenn seine Menschen wieder Zuversicht und den Glauben an die eigene Stärke gewinnen. Erst dann wird der Exodus der Talente aus Afrika ein Ende finden."

 

Copyright 2017 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH.