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06

Jul.

Für ein Lieferkettengesetz

Forderungen an Entwicklungspolitik während Ratspräsidentschaft

KNA-Meldung
Die Hilfsorganisation Brot für die Welt hat an die Bundesregierung appelliert, die Zeit der deutschen EU-Ratspräsidentschaft auch für die Umsetzung von mehr entwicklungspolitischen Maßnahmen zu nutzen. Dazu gehören unter anderem die Unterstützung von Staaten weltweit in der Corona-Krise, der Kampf für die Einhaltung von Menschenrechten - zum Beispiel in Lieferketten - sowie der Klimaschutz, wie die Organisation am Dienstag in Berlin mitteilte. Außerdem forderte Brot für die Welt, eine Agrar- und Ernährungswende durchzusetzen und die Zusammenarbeit mit den afrikanischen Ländern auszubauen.

"Deutschland übernimmt in einer entscheidenden Zeit die EU-Ratspräsidentschaft", erklärte die Präsidentin des Hilfswerks, Cornelia Füllkrug-Weitzel. Sie forderte von der Bundesregierung, sich für die Stärkung der von der Corona-Pandemie stark betroffenen Länder im Globalen Süden einzusetzen. Die Menschen dort seien auf "eine verantwortungsvolle europäische Politik" zur Bewältigung der Krise angewiesen. Die Krise verschärft laut Brot für die Welt in vielen Ländern die soziale Ungleichheit und fördert autoritäre Tendenzen sowie gesellschaftliche Konflikte. "Demokratie, Menschenrechte, Frieden und die Nachhaltigen Entwicklungsziele könnten die sekundären Opfer der Pandemie werden", so Füllkrug-Weitzel. Die EU müsse dem entgegenwirken. Weiter forderte die Organisation von der Bundesregierung während der EU-Ratspräsidentschaft, die Funktionsfähigkeit weltweiter Lieferketten, die in der Corona-Krise unterbrochen wurden, wiederherzustellen und dabei die Menschenrechte der Beschäftigten zu gewährleisten. Deutschland muss nach Ansicht von Brot für die Welt in seiner Rolle als Inhaber der EU-Ratspräsidentschaft mit einem eigenen Lieferkettengesetz europaweit vorangehen. In Bezug auf Afrika forderte die Organisation, die Zusammenarbeit mit den dortigen Ländern zu vertiefen. Dazu gehöre beispielsweise, bei Investitionen aus Europa in Afrika lokale Akteure miteinzubeziehen. Ein Neustart der handelspolitischen Beziehungen Europas zu Afrika ist nach Ansicht des Hilfswerks "dringend nötig".