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09

Dez.

Jetzt handeln für mehr Klimaschutz

Partner von Fair Trade-Pionier GEPA fordern mehr Mitspracherecht

„Handeln wir jetzt! Klimawandel als globale Herausforderung“: Unter diesem Motto hat die GEPA im Vorfeld zum aktuellen Klimagipfel COP 25 (2. Bis 13. Dezember in Madrid) im Oktober einen Kongress mit seiner peruanischen Partnerkooperative Norandino und der Nichtregierungsorganisation Progreso in Piura (Peru) initiiert.

Diese Veranstaltung ist Teil der Maßnahmen der GEPA, um Handelspartner beim Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen. Bereits früher hatte die GEPA Workshops zum Thema Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels organisiert: beispielsweise im Frühjahr mit ihrem Kaffeepartner Ankole Coffee Producers‘ Co-operative Union (ACPCU) und Naturland in Uganda.

In Piura, im Norden Perus, diskutierten Vertreter/-innen von Kooperativen sowie aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft über Strategien zur Bewältigung der verheerenden Folgen des Klimawandels in der Region, u. a. über Aufforstung und Maßnahmen gegen Wasserknappheit. Das Bündnis, das die Konferenz organisiert hat, setzt seine Arbeit auch nach der Veranstaltung fort. Neben dem Fachpublikum und der Politik will es so ebenfalls Menschen der Region für die Folgen des Klimawandels sensibilisieren.

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Klimawandel konkret: Dürre, Überflutung, Ernteeinbrüche

Exzessive Regenfälle zerstören die Ackerböden in Piura. Sie sind ein Beispiel des Wetterphänomens El Niño und Ursache für starke Einbußen bei Ernte und Einnahmen der Kaffeefamilien von Norandino. Andererseits führen Temperaturschwankungen, extreme Hitze und lange Trockenperioden dazu, dass sich bestimmte Pilzkrankheiten wie Kaffeerost oder Plagen wie der Kaffeekirschenbohrer in der Region ausbreiten. Durch den Temperaturanstieg müssen Kaffeebauern auf 200 Meter höhere Anbaugebiete ausweichen oder den Kaffee-Anbau ganz aufgeben und abwandern, um zu überleben.

Rosa Guamán: „Teilhabe statt Mitleid“

Wie die Beispiele zeigen, tragen Menschen im globalen Süden am stärksten die Lasten des Klimawandels – obwohl sie am wenigsten dazu beigetragen haben. Partner der GEPA haben bereits bei früheren Workshops der Fair-Handelsorganisation ihre Forderungen an die Politik formuliert. Rosa Guamán, Vorsitzende des Kleinbauern-Netzwerks SPP Global (Ecuador), bringt es auf den Punkt: „Wir wollen kein Mitleid. Wir wollen, dass man uns teilhaben lässt an den Entscheidungen der Regierungen. Und wir wünschen, dass die deutsche Regierung auf andere Staaten einwirkt, damit diese uns respektieren und anhören.“ Taten statt Worte fordert auch Santiago Paz, Export-Manager von Norandino (Peru): „Die ganze Welt redet über Klimawandel. Aber wenn die Stunde der Entscheidung kommt, möchte alle Welt nur wachsen. Niemand möchte verlieren, niemand möchte auf Komfort verzichten. Aber jetzt müssen endlich Entscheidungen getroffen werden.“

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Forderung der GEPA an die deutsche Politik

GEPA-Geschäftsführer Peter Schaumberger ergänzt: „Wenn wir mehr Klimagerechtigkeit wollen, müssen wir die Kosten umweltschädlicher und unfairer Wirtschaftspolitik bei uns einpreisen, beispielsweise durch eine deutlich höhere CO2-Steuer, als jetzt beim Klimapaket beschlossen wurde. Sie sollte schrittweise steigen, damit wirksame Maßnahmen zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels greifen können. Wir dürfen es nicht länger hinnehmen, dass die Schwächsten in der Wertschöpfungskette den Preis für unser überzogenes Konsumverhalten zahlen müssen!“

Fotos:

Titel - Überschwemmung bei Norandino
Der GEPA-Handelspartner Norandino in Peru hat mit teils verheerenden Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen – so waren 2017 über 150.000 Menschen in Piura von starken Regenfällen, Stürmen und schließlich Überschwemmungen betroffen. Foto: Norandino

Setzlinge beim Aufforstungsprojekt
Foto: GEPA – The Fair Trade Company

Aufforstungsprojekt beim GEPA-Partner Norandino
Der 224 Hektar große Wald ist das Ergebnis des Aufforstungsprojektes des langjährigen GEPA-Kaffeepartners Norandino. Es ist in Zusammenarbeit u. a. mit der Nichtregierungsorganisation Progreso entstanden. V.l.: Veselina Vasileva, politische Referentin der GEPA mit James Pinedo, der als ehemaliger Mitarbeiter von Progreso durch das Projekt führt. Foto: GEPA – The Fair Trade Company