klima

09

Nov.

Kohleausstieg ist eine Frage der Fairness

Anlässlich der Weltklimakonferenz die GEPA ein Umdenken hin zu mehr Klimagerechtigkeit

 

Ist das fair? Kleinbauern in Lateinamerika, Asien oder Afrika wie Partner des Fair Handelsunternehmens GEPA leiden am meisten unter den Auswirkungen des Klimawandels – obwohl sie am wenigsten dazu beigetragen haben. Dürren, Überschwemmungen, Ernteausfälle sind nur einige Folgen. Anlässlich der Weltklimakonferenz (COP 23, 6. bis 17.11.2017 in Bonn) forderte GEPA-Geschäftsführer Peter Schaumberger konkretes Umdenken: „Die Beweislast umdrehen: Für Klimasünden müssen selbstverständlich die Verursacher Rechenschaft ablegen. Klimagerechtigkeit sollte in den Köpfen fest verankert und in den Gesetzen festgeschrieben werden.“

Schnelles und entschlossenes Handeln und einen verbindlichen Fahrplan für einen sozialverträglichen Kohleausstieg sind unabdingbar. Nur wenn die Kohlekraftwerke schnell vom Netz gehen, kann Deutschland seine Pariser Klimaziele einhalten. Deshalb unterstützt die GEPA das breite Bündnis von Nichtregierungsorganisationen zum Kohleausstieg, dem auch die GEPA-Gesellschafter angehören (www.klima-kohle-demo.de/aufruf). Aus Sicht der GEPA sind endlich konkrete Finanzzusagen der Staatengemeinschaft notwendig, um langfristige Klimaschäden abzumildern, von denen Partner der GEPA schon jetzt betroffen sind.

Klimawandel hat soziale und ökonomische Folgen

Die zunehmende Unberechenbarkeit des Klimas führt mehr und mehr zu Rohstoffknappheit. Stanley Maniragaba, Betriebsleiter des Kooperativenverbands ACPCU, von dem die GEPA Bio-Robusta-Kaffee bezieht, sagt dazu: „Der Regen kommt zu unvorhergesehenen Zeiten. Und wenn er kommen sollte, bleibt er aus. Die Bauern haben Ernteeinbrüche erlitten. Deshalb verlieren sie gleich zweifach: Einkommen und Nahrungssicherheit.“ In Kaffeeanbauregionen von Honduras gibt es bereits jetzt Ernteausfälle von 60 bis 70 Prozent. Durch den Temperaturanstieg müssten Kaffeebauern auf höhere Anbaugebiete ausweichen. Da sie dort aber keine Eigentumsrechte haben, bleibt vielen Kaffeebauern letztlich nichts anderes übrig, als den Kaffeeanbau aufzugeben und in die Städte abzuwandern, wo sie oft auch keine Perspektive haben. Der Bioanbau kann die Schäden des Klimawandels etwas abmildern, weil beispielsweise Schattenanbau den Nährstoffgehalt besser bewahrt. Aber gegen starke Regenfälle ist im wahrsten Sinne des Wortes „kein Kraut gewachsen“.

René Ausecha Chaux, Geschäftsführer der kolumbianischen Kaffeekooperative COSURCA, spitzt es noch weiter zu: „Heute ist die Anpassung an den Klimawandel eine Frage von Leben und Tod. Wenn wir uns dem Klimawandel in den tropischen Gebieten nicht anpassen, müssen die Produzenten wegziehen oder dahinsiechen.“ Auswirkungen des Klimawandel bekommen mittelfristig auch Verbraucher/-innen zu spüren. GEPA-Geschäftsführer Peter Schaumberger bringt es auf den Punkt: „Mal ganz plakativ gesprochen, kann man vielleicht Kaffee künftig nur noch kaufen, wenn er da ist.“

Bereits im Juni 2017 hatte die GEPA das Thema „Klimawandel“ im Rahmen der Veranstaltung „Climate First – wie gelingt die öko-faire Wende bis 2030“ mit vielen Gästen aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Medien diskutiert www.gepa.de/meldungen/climate-first

Foto RAOS-David-Vasquez-mit-beschädigter-Kaffeepflanze, A.Welsing