kakao gepa

31

Jan.

Neues aus dem Fairen Handel

Internationale Süßwarenmesse auch bei Fairem Handel beliebt -  Aldi jetzt Partner von TransFair und GEPA hat auch faire Haselnüsse  

 

Die internationale Süßwarenmesse gilt als eine der größten ihrer Art und fand in der vergangenen Woche in Köln statt. Neben zahlreichen Leckereien und solche, die kein Mensch braucht, nutzen auch die Akteure im Fairen Handel diese Messe, um sich und ihre Produkte vorzustellen.

 

Aldi steigt ins Kakaoprogramm ein

In diesem Jahr hat TransFair eine neue Fairtrade-Partnerschaft bekannt gegeben: Aldi Nord und Aldi Süd wollen fortan auch nachhaltigen Rohkakao über Fairtrade-zertifizierte Kooperativen beziehen. Unter ihren Eigenmarken „Fair“ und „One World“ vertreiben die Unternehmen bereits Fairtrade-gesiegelte  Produkte.  Dieter Overath, Geschäftsführer TransFair erklärt: „Im vergangenen Jahr kauften Hersteller insgesamt 40.000 Tonnen fair gehandelten Kakao ein, davon 37.500 Tonnen über das Kakaoprogramm. Das entspricht einem Anstieg um 33 Prozent und der Marktanteil von Fairtrade-Kakao steigt damit von sechs auf acht Prozent. Angesichts des Kakao-Preisverfalls um 40 Prozent sei eine kostendeckende und nachhaltige Produktion unmöglich. Daher sei Fairtrade wichtiger denn je.

Von der Bohne bis zur Tafel fair

Die GEPA geht einen anderen Weg. Sie setzt auf 100 Prozent Fairer Handel. Noch in diesem Jahr können fair gehandelten Haselnüsse eingesetzt werden und dann erreicht ihr Schokoladen-Klassiker „Vollmilch Haselnuss“ die 100 Prozent. Neu im Programm sind auch die vegane Bio Cocoba Zartbitter Schokocreme und zwei Varianten „Haselnuss Waffeln“: pur und mit Schokoladenüberzug.  Die GEPA zahlt Kakaogenossenschaften wie COOPROAGRO in der Dominikanischen Republik in der Regel Preise, die nicht nur deutlich über Weltmarktpreis, sondern auch deutlich über die Mindestanforderungen von Fairtrade International hinausgehen. Wenn Eltern faire Preise für ihre Ernte erhalten, können sie ihre Kinder zur Schule schicken. 

Die GEPA legt viel Wert auf eine transparente Lieferkette. Daher wendet sie für ihre Süßwaren keinen Mengenausgleich an, d. h. die zu fairen Bedingungen angebauten Rohwaren wie Kakao, Zucker sind auch physisch in den Schokoladen enthalten (physische Identität). 

Denn sowohl die Genossenschaften in Lateinamerika als auch Verarbeiter von Halbfabrikaten (Kakaobutter, -pulver) sowie Endprodukten (Schokoladen) trennen in der Verarbeitung fair gehandelte von nicht fair gehandelter Rohware. Nur so kann der Weg von der Bohne bis zur Tafel konsequent zurückverfolgt werden. Diese getrennte Verarbeitung ist mit hohem Aufwand verbunden.

Gundis Jansen-Garz

Foto:

Juan Edito Hernandez, Bio-Kakaobauer bei COOPROAGRO

Von der Genossenschaft COOPROAGRO in der Dominikanischen Republik bezieht die GEPA einen Großteil des fairen Bio-Kakaos für ihre Schokoladenprodukte. Bio-Kakaobauer Juan Edito Hernandez: „Andere Unternehmen zahlen, was sie wollen. COOPROAGRO zahlt einen fairen Preis für alle.“ Durch die GEPA konnte COOPROAGRO ihren Bio-Kakao direkt vermarkten. Die GEPA hat auch mehrfach Kosten für die Naturland-Biozertifizierung übernommen.
Foto: GEPA – The Fair Trade Company