Millionen Menschen von Hunger bedroht

20

Dez.

Oxfam warnt vor drohender Hungersnot im Jemen

Im Jemen sind laut Oxfam sieben Millionen Menschen von einer Hungersnot bedroht. Preise für Nahrungsmittel, Medikamente und Treibstoff explodierten, heißt es in dem Bericht "Yemen's crisis: 1.000 days of disaster", den die Entwicklungsorganisation am Mittwoch in Berlin veröffentlichte. Zudem stünden die Wasserversorgung und Krankenhäuser vielerorts vor dem Kollaps.

Den Angaben nach erreichen seit der Blockade der nördlichen Häfen des Landes nur ein Drittel der benötigten Nahrungsmittel die Menschen in den umkämpften Gebieten. Zudem herrsche weiterhin eine Cholera-Epidemie. Die Zahl der Diphtheriefälle sei angestiegen. Mehr als eine Millionen Kinder seien von der Krankheit bedroht.

"Menschen von der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Treibstoff und Medikamenten abzuschneiden, ist unter keinen Umständen gerechtfertigt", sagte der Referent für humanitäre Krisen und Konflikte bei Oxfam Deutschland, Robert Lindner. Aushungern als Mittel des Krieges einzusetzen, widerspreche der Humanität.

Die Organisation forderte, die Blockade der Häfen zu beenden und die Kämpfe einzustellen. Man befürchte, dass der Hafen Al-Hudeidah angegriffen werden könnte. Neue Kämpfe könnten dessen vollständige Schließung zur Folge haben. Damit wäre die Versorgung von Millionen Menschen weiter eingeschränkt.

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