Rüstungspolitik und unfaire Handelsabkommen mitverantwortlich für Flüchtlingsströme

01

Jan.

United4Rescue

Bedford-Strohm: 150 Organisationen an Flüchtlingsschiff

KNA-Meldung vom 31. Dezember 2019: Das von der evangelischen Kirche initiierte Aktionsbündnis "United4Rescue", das ein eigenes Rettungsschiff für Flüchtlinge ins Mittelmeer schicken will, wird inzwischen von mehr als 150 Organisationen unterstützt. "Das hat eine ungeheure Dynamik bekommen", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der "Rheinischen Post".

Es seien viele Organisationen aus dem kirchlichen Bereich. Hinzu kämen viele zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich mit Flüchtlingen beschäftigten, aber auch die Arbeiterwohlfahrt und die Stadt Palermo. Das Bündnis sei sehr breit. "Uns unterstützen auch einzelne Persönlichkeiten wie der Regisseur Wim Wenders", so Bedford-Strohm. Zu den Planungen sagte er: "Das Bündnis verfolgt den konkreten Plan, Ende Januar die Poseidon aus dem Besitz des Landes Schleswig-Holstein zu kaufen." Man wisse aber noch nicht, wie das Bieterverfahren ausgehe. Für den Fall, dass das nicht funktioniere, gebe es einen Plan B, ein anderes Schiff zu besorgen. Ziel des Bündnisses sei es aber nicht nur, Spenden für den Kauf eines Schiffes zu sammeln, sondern die Unterstützung der aktiven Seenotrettung insgesamt. Er sprach sich für eine Wiederaufnahme der staatlichen Seenotrettung aus. "Selbstverständlich benötigen wir einen politisch garantierten Verteilmechanismus für Flüchtlinge in Europa, der das unwürdige Verhandeln über gerettete Flüchtlinge auf Schiffen überwindet", sagte er. Und natürlich sei es das Allerwichtigste, Fluchtursachen zu bekämpfen. "Das tun wir als Kirchen seit Jahrzehnten. Da stehen wir Kirchen in der ersten Reihe." Zugleich forderte der bayerische Landesbischof Regeln für die Verbreitung von Inhalten im Internet. "Es muss analog zu den öffentlich-rechtlichen Medien pluralistisch zusammengesetzte Gremien geben, die grundsätzliche Kriterien auch für den Diskurs in den Sozialen Medien durchsetzen", sagte Bedford-Strohm. "Wir möchten als Kirchen gerne dazu beitragen, die Digitalisierung verantwortlich zu gestalten." Er betonte: "In den Sozialen Medien werden aus kommerziellen Gründen durch bestimmte Algorithmen häufig Inhalte nach oben gespült, die Hass transportieren und Unwahrheiten verbreiten." Nicht mehr Fakten seien dann die Grundlage für den Diskurs, sondern Inhalte, die der Rentabilität der Sozialen Mediendienten. "Das stärkt die Extreme. Das können wir nicht so hinnehmen.