fastenaktion2018

14

Feb.

Würde und Menschenrechte sind nicht teilbar

Misereor ruft zu Veränderungen des eigenen Lebensstils auf

 

Im Vorfeld seiner diesjährigen Fastenaktion ruft das katholische Hilfswerk Misereor zu einer Änderung des individuellen Lebensstils auf. "Ein Weiter so ist nicht möglich, weder in Indien noch bei uns", sagte Misereor-Chef Pirmin Spiegel im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) im südindischen Bangalore: "Wir müssen unseren Lebensstil und unsere Produktionsweisen überdenken und ändern."

 


Nur so könnten der Klimawandel gestoppt und die Welt fairer und gerechter werden. Zum 60. Geburtstag veranstaltet das weltgrößte katholische Entwicklungshilfswerk erstmals seine traditionelle Fastenaktion gemeinsam mit der Kirche in Indien. Eröffnungsgottesdienste finden am 18. Februar in München und in Neu-Delhi statt. Beim Nachdenken über Solidarität mit den Ärmsten weltweit dürfe man aber "auch nicht die Armen bei uns vergessen, was ja manchmal kritisiert wird", ergänzte der in der Bischofskonferenz für Misereor zuständige Freiburger Erzbischof Stephan Burger: "Man kann und darf nie die Not und die Menschenwürde in Deutschland und in Indien gegeneinander ausspielen. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass alle Menschen in Würde leben können, egal, wo sie zu Hause sind."


Neben der konkreten Hilfe für Menschen in Not in Indien und in anderen Ländern, so Burger weiter, gehe es vor allem darum, "dass die Menschen in den Dörfern und den Slums spüren, dass es Menschen gibt, die sie auf ihrem Weg begleiten, die sie stärken, die ihnen nicht das Goldene vom Himmel versprechen, sondern mit ihnen ganz konkrete Schritte in die Zukunft gehen". Zudem sende die gemeinsame Fastenaktion die Botschaft aus: "Wir sind nicht der reiche Westen, der den armen Indern Almosen gibt und ihnen sagt, was sie tun müssen. Wir sind Partner auf Augenhöhe." Wichtig sei zudem, dass die Menschen vor Ort selbst befähigt würden, sich weiterzubilden und wichtige Rollen in ihrem Dorf oder in ihrem Slum zu übernehmen, ergänzte Spiegel: "Oft sind es Frauen, die dann sehr

selbstbewusst mit Unternehmen und Politikern verhandeln, um ihre Rechte und die ihrer Gemeinschaft einzubringen und auch durchzusetzen."


Auch wenn es nur zwei Prozent Christen in Indien gibt, könnten sie eine Menge bewirken, betonte Burger: "Sie engagieren sich für alle und helfen allen - unabhängig von Religion und Kaste. Ihre klare Botschaft ist,

dass man Menschen nicht in Schubladen stecken darf, sondern dass Würde und Menschenrechte nicht teilbar sind.