Millionen Menschen von Hunger bedroht

05

Mai.

Warnung vor neuen Hungerkrisen

Welternährungsprogramm (WFP) stellt neuen globalen Report zu Nahrungskrisen vor

Bonn (KNA) Weltweit könnten nach Angaben von Care 34 Millionen Menschen in diesem Jahr kurz vor dem Verhungern stehen. Schuld daran seien Konflikte, Klimawandel und die Folgen der Corona-Pandemie, sagte der Care-Länderdirektor von Nigeria, Hussaini Abdu, am Montag bei einer virtuellen Pressekonferenz.

Allein in Nigeria seien mehr als eine Million Kinder von Unterernährung betroffen. Die Situation drohe, sich weiter zuzuspitzen, weil aufgrund zahlreicher Konflikte in dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas viele Landwirte ihre Felder nicht mehr bestellen könnten. Schon jetzt seien Engpässe bei der Lebensmittelversorgung absehbar.

Abdus Kollegin im Kongo, Aline Ouedraogo, sagte, dass in ihrem Land 19,6 Millionen Menschen unter akuter Nahrungsmittelunsicherheit litten, 5 Millionen seien unmittelbar von Hunger bedroht. "Diese Zahlen sind nach dem Jemen die zweithöchsten in der Welt", betonte Ouedraogo. Die Situation sei katastrophal, viele Menschen müssten betteln, um zu überleben; Kinderarbeit und Kinderprostitution nähmen zu. Auch für Afghanistan sprach die stellvertretende Care-Länderdirektorin Marianne O'Grady von einer sehr ernsten Lage. Rund 35 Prozent der Bevölkerung und damit etwa 11 Millionen Menschen hätten mit Nahrungsmittelknappheit in unterschiedlichem Ausmaß zu kämpfen. Fortdauernde Konflikte und eine Dürreperiode trügen dazu bei, dass sich die Bedingungen Woche für Woche verschlechterten. Die Helfer riefen die Staatengemeinschaft auf, ihre Anstrengungen im Kampf gegen den Hunger zu intensivieren. Gleichzeitig gelte es, die Belange von Frauen und Mädchen verstärkt in den Blick zu nehmen. Sie seien unverhältnismäßig oft die Leidtragenden von Hungerkrisen, weil sie die Familien versorgten, aber selbst zugleich kaum Zugang zu Ressourcen hätten.

Am Freitag will das Welternährungsprogramm (WFP) seinen neuen globalen Report zu Nahrungskrisen vorstellen. Auf der WFP-Homepage heißt es, dass aktuell 690 Millionen Menschen jeden Tag "mit leerem Magen zu Bett gehen". Neben Nigeria, dem Kongo und den Ländern der Sahelzone stehen beim WFP der Südsudan, Jemen und Syrien auf der Liste der besonders notleidenden Staaten.