Weltflüchtlingstag 20. Juni

28

Nov.

"Wir werden nicht den Mund halten"

Juncker: Flüchtlinge haben "in Libyen die Hölle gefunden"

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will dem Sklavenhandel in Libyen energisch entgegentreten. "Europa darf nicht den Mund halten angesichts dieser unglaublichen Probleme, die aus einem anderen Jahrhundert stammen", sagte er am Montag im Interview der Deutschen Welle. "Ich bin erschüttert von den Informationen, die mich aus Afrika erreichen", so der Politiker.

Berichte über Sklaverei in Libyen hatten in den vergangenen Tagen weltweit für Entsetzen gesorgt. Laut einem Bericht des Fernsehsenders CNN werden Flüchtlinge und Migranten auf Sklavenmärkten für 400 bis 1.000 US-Dollar von Menschenhändlern verkauft.

"Ja, ich war sehr schockiert", sagte Juncker. Es sei weder denkbar noch akzeptabel, dass Europa seine Augen verschließe vor diesem Drama. "Ich kann nicht ruhig schlafen bei dem Gedanken, was jenen Menschen in Libyen passiert, die ein besseres Leben gesucht und in Libyen die Hölle gefunden haben." Obwohl Europa vernünftige Beziehungen zu dem nordafrikanischen Land habe, "dürfen wir nicht den Mund halten und das werden wir auch nicht".